Tag Archives for " Heuchelei "

Gebet als fromme Maske
Mai 02

Gebet als fromme Maske

By Viktor | Dienst , Geistliches Leben

Ich habe schon oft meine Geschichte erzählt, als ich obdachlos wurde und den Jugendpastor um Hilfe gebeten habe. Aber ich erzähl sie nochmal, weil mir langsam die fromme Tuerei bis zum Hals steckt.
Also, als ich an einem Tag Dach über den Kopf verloren habe, stand ich vor meinem damaligen Jugendpastor und erzählte ihm mein Leid. Er aber, anstatt mir zumindest vorübergehend einen Platz in seinem großen Haus anzubieten, sagt mir: „Komm, ich bete für Dich, dass Du eine Bleibe findest!“ Ob Gott dann tatsächlich sein Gebet erhört hat oder mir als Seinem geliebten Kind einfach gnädig war, weiß ich nicht genau. Aber dieser Mann wurde für sein heuchlerisches Verhalten von Gott bestimmt nicht belohnt.
Leider erlebe ich sowas immer wieder, dass Christen, die durchaus in der Lage sind, praktisch zu helfen, sich hinter der frommen Fassade verstecken und angeblich nur mit Gebet helfen können. Wenn aber alle nur beten, wer wird kann sich dann von Gott für die praktische Hilfe gebrauchen lassen? Glaube ohne Werke ist tot! Das sage nicht ich, sondern das hat Jesus gesagt.
Gebet und besonders Fürbitte ist wichtig, sollte aber nie als Ersatz für echte, praktische Hilfe verstanden werden. Ich habe letztes Jahr für die Opfer der Flutkatastrophe gebetet, aber ich war auch dort, um bei der Beseitigung der Folgen praktisch zu helfen. Was hätte den Opfer mein Gebet genutzt, wenn ihre Häuser voll mit Schlamm waren? Nichts!
Viele beten für mich, dass ich einen Einkommen habe, das mir zum Leben reicht, aber nur ganz wenige helfen mir, meine Kosten, die ich für meine Dienste tragen muss, zu decken. Was nützt mir ihr Gebet, wenn sie nicht bereit sind, mich schon mit 10 Euro im Monat zu unterstützen? Richtig! Nichts! Sie können mir noch so viel erzählen, wie lieb sie mich haben, aber wenn ihre Liebe sich nicht in Werken ausdruckt, dann ist das bloß Heuchelei. Wer aber seine Zeit, sein Hab und Gut, seine Gaben dafür nutzt, um in der Tat zu helfen, der wird von Gott dafür immer reichlich belohnt. Lass Dir den Lohn Gottes nicht entgehen, glaube und liebe in der Tat!

Gast-Freundschaft
Jan 24

Gast-Freundschaft

By Viktor | Dienst

Gastfreundschaft ist in unserer Gesellschaft immer mehr zum Fremdwort geworden. Auch unter Christen. In einer Facebook-Diskussion sagen manche Christen, dass sie keine Fremde aufnehmen würden, weil sie sich um die Sicherheit ihrer Familie kümmern müssen. Aber warum sagt dann der Paulus im Hebräerbrief 13,2: “ Vernachlässigt nicht die Gastfreundschaft; denn durch sie haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt.“? Diese „Engel“ waren doch keine alten Bekannten, sondern Fremde. Aber diejenigen, die sie aufgenommen haben, haben Gott vertraut. Sie hatten keine Angst, dass diese Fremde sie berauben oder sogar töten würden.
Viele wollen auch ihre Privatsphäre bewahren und deswegen nehmen sie keine Gäste bei sich auf. Dabei vergessen sie, dass sie vor Gott eigentlich keine „Privatsphäre“ besitzen. Gott sieht alles und weiß alles! Selbst wenn wir vor Menschen verschlossen bleiben, vor Gott können wir nichts verheimlichen.
Als ich an einem Tag obdachlos wurde und mich an meinen Jugendpastor gewandt habe, hat er mir in seinem Haus keinen Platz angeboten, sondern nur für mich gebetet, dass ich schnellstmöglich Unterkunft finde. Gott hat zwar dafür gesorgt, aber nicht, weil der Jugendpastor so stark im Glauben war, sondern weil Er mein Versorger ist. Und derjenige, der mich aufgenommen hat, wurde von Gott reichlich gesegnet. Bei ihm gings beruflich Berg auf und er hat eine wunderbare Frau gefunden, die er geheiratet hat. Es mag sein, dass der Jugendpastor befürchtet hat, dass ich ihm schaden würde, wenn ich bei ihm übernachte, aber so sollte es doch bei Gottes Kindern nicht sein. Selbst wenn ein Penner vor meinem Haus stehen würde und ich ihn aufnehme, weil es Gottes Wille ist, Gastfreundschaft auszuüben, kann das für mich nur zum Segen sein. Wenn ich aber Angst habe, dass dieser Penner mich ausraubt und sogar tötet, dann habe ich keinen Glauben an Gott, der mich beschützen kann. Selbst wenn der Penner böse Absichten hätte, könnte Gott mich doch gebrauchen, um ihn zu Seinem Kind zu machen und ihn so zu verändern.
Letztes Jahr suchte ich für mich und meine Frau Übernachtung in Bremen und Fragte einen Pastor, der ich persönlich kenne, ob er mir dabei helfen könnte. Er fragte seine Gemeinde und kein einziger wollte sich gastfreundlich zeigen, weil sie sich vor der Corona-Ansteckung fürchteten. Mich machte nicht die Tatsache, dass ich als Gast abgelehnt wurde, traurig, sondern die Angst und der Unglaube der Christen, die sich selbst um ihre eigene Sicherheit bemühen und Gott nicht vertrauen, der sie vor jeder Ansteckung bewahren kann.
Er sorgt für die Sicherheit Seiner Kinder! Deswegen sollte man alles im Glauben machen und nichts aus der Angst. Dann wird Gott unsere Glaubenswerke belohnen und uns segnen.

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