Category Archives for "Religion"

Feb 28

Alles beim Alten lassen?

By Viktor | Angst , Berufung , Religion

Vor einigen Tagen habe ich geträumt, dass ich eine jüdische Familie in Russland besucht habe, die so lebten wie zu Sowjetzeiten. Sie hatten Schwarzweißfernsehen, alte Möbel und sie waren passend zu diesen Zeiten gekleidet. Und ich hatte meinen Smartphone dabei, um die Gespräche mit ihnen aufzunehmen.
Nun, da musste ich an mein Gespräch mit Andreas Wiebe denken, der sich in jungen Jahren dafür entschieden hat, sein eigenes Geschäft zu gründen. Er hatte bloß das Problem, dass seine Gemeinde gegen seine Pläne war. Sie meinten, dass er dem Mammon dienen oder dass er sich selbst verherrlichen will… So musste er quasi aus der Reihe der frommen Verschlossenheit treten, um heute mit seiner Suchmaschine und seinem Messenger die Daten vieler Menschen vor dem Klau zu bewahren.
Als ich 2001 angefangen habe, mich mit Internet zu beschäftigen, sagten mir auch viele Christen, dass ich es lassen soll, weil es vom Teufel sei. Wie gut, dass ich darauf nicht gehört habe. Denn in über 20 Jahren durfte ich dieses Medium zur Ehre Gottes nutzen und vielen Menschen mutmachende Botschaft verkündigen. Hätte ich damals Angst, dass mich der Teufel verschlingen würde, wenn ich das Internet nutze, dann hätte ich meine Berufung verpasst, die Gott mir gegeben hat. Darum ist es mir wichtiger, zu hören, was Gott will und nicht, was die Frommen dazu sagen. Denn man kann mit einer Bibelstelle vieles falsch deuten, um nur seine eigene Meinung zu rechtfertigen. Meine verrückte Ideen, das Evangelium effektiver zu verkündigen, wurden oft von der Leitung der Gemeinde als nicht akzeptabel angesehen, weil sie einfach nicht zu ihren religiösen Vorstellungen gepasst haben.
Heute bin ich Gott sehr dankbar, dass ich für neue Dinge so offen bin und Er mir Mut geschenkt hat, sie auszuprobieren. Man kann ja eine neue Tasse entweder für Gift oder für erfrischendes Wasser verwenden. Denn die Tasse als Teufelswerk abzustempeln, nur weil sie von Menschen gemacht ist, ist dann wirklich dumm. Und gegen Dummheit, auch in frommen Kreisen, werde ich nicht aufhören zu kämpfen. Gott hat uns nicht zur Dummheit, sondern zur Freiheit berufen. Und wenn wir uns in unserer Freiheit durch religiöse Gedanken oder Gefühle einschränken lassen, kann Gott durch uns nichts bewegen.

Tradition vs Moderne
Feb 07

Tradition vs Moderne

By Viktor | Nachfolge , Religion

Es gibt zwei Arten der Kirche. Eine, für die Tradition sehr wichtig ist, und andere, die eher modern wirken will. Nun, ich bin grundsätzlich nicht gegen Traditionen, die gut sind und nicht im Widerspruch zum Wort Gottes stehen. Doch leider gibt es in vielen Kirchen alte Traditionen und Bräuche, die von den heidnischen Kulturen übernommen wurden und bis heute praktiziert werden. Ihr Leben und Handeln besteht meistens nur aus religiösen Ritualen, die mit dem lebendigen Gott kaum was zu tun haben.
Die moderne Kirche ist die, die sich eher dem Zeitgeist anpasst und den Trends dieser Welt nachläuft. Sie ist eng mit der politischen Entwicklung verbunden und hat deswegen auch weniger mit dem Lebendigen Gott zu tun. Sie handelt so, wie die Welt es gutheißen kann und nicht so, wie Gott es will. Zum Beispiel wird die Sünde toleriert und als etwas Natürliches angenommen. Gott hasst aber die Sünde, auch wenn Er den Sünder liebt.
Es gibt aber auch die Nachfolger Christi, die sich weder vor der Tradition noch vor dem Zeitgeist beugen, sondern das Wort Gottes und den Heiligen Geist als Grundlage ihres Lebens und Handelns nehmen. Sie sind zwar im Moment noch in der Minderheit, aber es werden täglich immer mehr, weil immer mehr Menschen sich nach einer lebendigen Beziehung zu Gott sehnen. Sie sind nicht einer speziellen Konfession zu zuschreiben, weil sie nicht ihrer Gemeinde, sondern Christus allein folgen wollen. Sie sind Diener und nicht nur Mitglieder irgendeiner Kirche.
Ein Nachfolger Christi hat nur einen Ziel: Jesus Christus in dieser Welt zu verherrlichen. Er ist nicht zum Genießen seiner Zeit auf der Erde, sondern zum Dienst berufen. Im Reich Gottes darf jedes Kind Gottes ein Diener sein. Es heißt ja in der Bibel, dass wir zu Königen und Priestern gemacht wurden. Ja, als Jünger Christi präsentieren wir das Reich Gottes auf dieser Erde, dessen Erben wir sind. Wo gehörst Du hin?

Frommdeutsch
Jun 28

Bitte kein Frommdeutsch sprechen!

By Viktor | Religion

Bevor ich 1993 nach Deutschland kam, lernte ich in Russland viele fromme Worte kennen, die ich dann in Deutsch lernen wollte, um mich mit Christen gut unterhalten zu können. Evangelist konnte ich dann aber nicht werden, weil die Menschen in der Welt kein „Frommdeutsch“ sprechen. Wenn ich jemandem sage: „Du musst Dich bekehren!“, weiß derjenige nicht, was ich damit meine.
Jesus hat nicht so fromm geredet, wie heute manche Christen. Er hatte Gemeinschaft mit schlimmsten Sündern und sie konnten Ihn verstehen und folgten Ihm nach.
Wollen wir nicht so wie Jesus sein?
Ich habe mir schon vor vielen Jahren abgewöhnt, mit ungläubigen Menschen in einer frommen Sprache zu reden. Auch wenn viele meiner Erfahrungen mit Gott einer frommen Natur sind, versuche ich immer die Worte zu finden, die normaler Mensch gut verstehen kann.
Kein Mensch auf dieser Erde braucht Theologie, ohne Gott vorher kennen gelernt zu haben. So konnte ich die erste Zeit niemanden zum Glauben an Jesus Christus bringen, weil ich jedem nur aus der theologischen Theorie etwas erzählen konnte und nicht aus der Erfahrung mit dem lebendigen Gott. Heute habe ich so viel Erfahrung aus dem Alltag mit Gott, dass ich mit anderen Menschen darüber ganz ohne frommen Floskeln reden kann.
Wenn wir mit Menschen in der Welt Frommdeutsch reden, werden sie uns nicht verstehen und sie werden uns sogar für Idioten halten. Ich habe zwar kein Problem mit der Menschenfurcht, aber ich muss mich nicht bewusst zum Idioten machen, wenn ich jemanden das Evangelium erklären will. In letzten zwanzig Jahren hatte ich noch nie den Eindruck, dass mein ungläubiger Gesprächspartner mich für einen Spinner hält. Weil ich mit jedem in verständlicher Sprache darüber unterhalte, was Gott in meinem Leben tut, um ihnen Zeugnis zu geben. Einige von ihnen kam sogar tatsächlich zum Glauben und leben heute mit Jesus. Die Bibel habe ich nur dann zitiert, wenn irgendein Wort aus ihr sich in meinem Leben erfüllt hat. Ich wollte niemanden mit ihr erschlagen und niemanden zwingen, sie zu lesen. Meine Aufgabe ist nicht, jemanden fromm zu machen, sondern aus dem Leben heraus zu bezeugen, dass Jesus auch für ganz normale Alltagsmenschen da ist und sogar ihre Sprache spricht.